[Rezension] Das Mädchen mit den gläsernen Füßen von Ali Shaw

  • Autor: Ali Shaw
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Script5 (20. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • Originaltitel: The Girl With Glass Feet
  • ISBN-10: 3839001315
  • ISBN-13: 978-3839001318
  • Vo mir empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
  • Größe: 15.0 x 22.0 cm
  • Leseprobe

Kurzbeschreibung

Midas Cook lebt alleine und zurück gezogen auf einer kleinen Insel. Kontakt hat er nur zu seinem Freund Gustav und dessen Tochter. Ansonsten kann Midas mit Menschen nicht viel anfangen, sieht er sie doch am liebsten durch seine Kamera, denn die Fotografie ist seine einzige Liebe. Dies ändert sich jedoch als er Ida trifft, der er sich nicht entziehen kann. Denn Ida hütet ein Geheimnis. Ihre Füße haben sie in Glas verwandelt und die Verwandlung schreitet immer weiter. Hier auf der kleinen Insel sucht Ida Henry Fuwa, von dem sie glaubt, dass er ihr helfen könnte. Doch Henry ist zunächst unauffindbar, denn keiner scheint zu wissen wo er sich befindet. Doch stimmt das auch? Oder stehen Midas Unfähigkeit zu sozialen Bindungen Ida im Weg? Nur langsam findet Midas mit Idas Hilfe zu sich selbst. Doch ist es für Ida vielleicht bereits zu spät?

Bewertung

Es waren so viele, dass Midas, noch während er sein Objektiv auf eines von ihnen richtete, durch den Sucher bereits ein zweites entdeckte und auf der Jagd nach diesem ein drittes. [Quelle S. 7]

Bereits als ich das Buch ausgepackt habe, hat es mich in seinen Bann gezogen. Gleich zu Beginn kann man sich nur in die wunderschöne Gestaltung verlieben, denn der Buchschnitt ist versilbert. Ja ihr lest richtig, der Buchrücken ist silber und beim Aufschlagen des Buches kommen einem an Anfang eines jeden Kapitels eine Wiese entgegen.

Bereits beim ersten Satz merkt man, dass kurze Sätze nicht zum Schreibstil von Ali Shaw gehören, in einem langen verschachtelten Satz führt er uns auf die Insel St. Hauda und macht uns gleich mit Midas bekannt. Obwohl Ali Shaw lange und verschachtelte Sätze verwendet, wirkt sein Erzählstil in keinster Weise verwirrend. Sprachlich wunderschön und bildgewaltig lernen wir die einzelnen Personen kennen.

Am Anfang waren mir die Protagonisten allesamt fremd. Dies lag daran, dass alle Charaktere irgendwie auf ihre Weise eigenartig sind. Midas, Henry und Carl, ein guter Freund von Idas verstorbener Mutter sind Eigenbrötler und eigentlich nicht sozialfähig. Midas betrachtet seine Welt nur durch sein Objektiv, Carl kann die Liebe zu Idas Mutter einfach nicht vergessen und auch Henry trägt seinen Ballast mit sich.

Aber mit der Zeit und dank der liebevollen und doch recht traurigen Darstellung der Probleme der einzelnen Personen konnte ich Mitleid mit ihnen empfinden. Besonders Midas, der unter der Lieblosigkeit seines Vaters ihm und seiner Mutter gegenüber gelitten hat, berührte mich am meisten. Carl und Henry dagegen blieben mir leider bis zum Ende hin zu fremd. Von allen Personen wirkte Ida am normalsten obwohl sie eigentlich mit ihren Füßen aus Glas doch die ungewöhnlichste von ihnen ist. Und obwohl Ida nach St. Hauda zurück gekehrt ist, um hier Hilfe für ihr Problem sucht, ist sie jedoch die Jenige, die den Menschen denen sie begegnet auf ihre Art und Weise am meisten hilft.

Gekonnt führt Ali Shaw einen durch die traurige, graue Winterlandschaft von St. Hauda und dessen Bewohner. Neben den sozialen Aspekten baut Ali Shaw an einigen Stellen auch fantastische Element ein, die an einigen Stellen etwas von den Problemen der Protagonisten ablenken. Dennoch finde ich seine Ideen der „Ochsenmotten“ sehr amüsant. Auf andere Elemente hätte er jedoch verzichten können, denn sie wirken etwas verloren in der Geschichte, denn sie tragen nicht zur Handlung bei und lenken meine Ansicht nach zu sehr ab. Ich hatte an einigen Stellen einfach das Gefühl das sich ein bisschen mehr dahinter versteckt und war am Ende dann doch enttäuscht. Auch hatten mir die Protagonisten ein bisschen zu viel mit ihren Problemen zu tun zumal es sich bei Midas um einen wirklich schweren Fall handelt. Ich meine immerhin ist es doch Ida, die Hilfe braucht und nicht das sie den anderen hilft.

Über das Ende möchte ich hier aus einem guten Grund nicht sprechen, auch nicht, wie mich das Ende des Buches zurück gelassen hat. Dies ist ein Gefühl, dass jeder selber erfahren muss, wenn er das Buch liest.

Fazit

Mit „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ ist Ali Shaw ein wunderbares Debüt gelungen, das unter Umständen kein Auge trocken lässt. Selbst mich als recht unromantische Leserin konnte die Geschichte berühren.  Einfühlsam und wunderschön führt er uns durch die Probleme seiner Protagonisten und verzaubert mit kleinen fantastischen Elementen in der doch recht melancholisch gehaltenen Welt. Ein muss für alle die ein paar ruhige Stunden verbringen möchten. Aber seit vorsichtig, dass ihr nicht selber erstarrt.

Ich möchte mich herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken bei Vorablesen und

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Eine Antwort zu [Rezension] Das Mädchen mit den gläsernen Füßen von Ali Shaw

  1. Lena schreibt:

    Eine schöne Rezension von dir, die werden immer besser🙂

    Das Buch steht schon auf meinem Wunschzettel, aber deine Rezi hat mich jetzt noch mehr davon überzeugt, dass ich das Buch unbedingt lesen sollte. Scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein. Hoffentlich sind die verschachtelten Sätze wirklich nicht so schlimm, damit kann ich mich nämlich eigentlich gar nicht anfreunden!
    LG

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