[Rezension] – Das Geheimnis der versteinerten Träume von Ralf Isau

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: cbj (26. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357013833X
  • ISBN-13: 978-3570138335
  • Empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,2 x 4,8 cm
  • Crossover mit anderen Romanen: • Der Schattendieb •  Der Drache Gertrude

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Kurzbeschreibung:

Der 15-jährige Leo erwacht eines Morgens – und findet in seinem Bett einen Wetterhahn! Der Hahn ist nicht das erste Mitbringsel aus seinen Träumen und so ist Leo dankbar, dass er statt in der Psychiatrie in einem geheimnisvollen Internat am Bodensee landet: Die Traumakademie wurde als Nachwuchsschmiede der Firma „YourDream” gegründet, die Millionen begeisterte Kunden mit maßgefertigten Träumen beliefert. Doch hinter dem Geschäft mit den Designerträumen steckt ein gefährlicher Mann: Refi Zul, Herrscher über den unsichtbaren Kontinent Illúsion, das Reich der ungeträumten Träume. Er zieht immer mehr Traumenergie aus der Menschenwelt ab und bringt die beiden Welten damit aus dem Gleichgewicht. Um eine Katastrophe globalen Ausmaßes zu verhindern, müssen Leo und seine Mitschülerin Orla das Geheimnis der versteinerten Träume lösen … [Quelle: Amazon]

Bewertung:

Es gab Tage, an denen graute es Leo Leonidas davor aufzuwachen.

Mit „Das Geheimnis der versteinerten Träume“ liegt nun der zweite Roman von Ralf Isau in meinen Händen, der bei cbj erschienen ist. Es war noch gar nicht so lange her, dass ich „Der verbotene Schlüssel“ gelesen hatte, auch wenn dieser vor einem Jahr erschienen ist und aus diesem Grund freute ich mich wieder ein neues Buch von Ralf Isau lesen zu können. Ich muss ja gestehen, dass ich mit der Isau´schen Bücheritis infiziert bin, denn mittlerweile besitze ich 29 Bücher von ihm und damit ist er der meist vertretene Autor in meinem Bücherregal. „Das Geheimnis der versteinerten Träume“ zog als Nummer 27 in mein Regal ein. Bevor ich jedoch die erste Seite gelesen hatte musste ich wieder einmal das Cover bewundern, denn dieses Mal gefiel es mir besonders gut. Obwohl das Bild nicht ganz 100% korrekt ist, werden aufmerksame Isau-Kenner auf dem Cover in dem grünen Drachen Gertrude erkennen, mit der ja alles angefangen hat. Auch zu anderen Büchern (Der Schattendieb) existieren hier wiedereinmal kleine Crossings.

Zum Inhalt selber möchte ich eigentlich nicht mehr verraten, als es die Kurzbeschreibung bereits tut, denn nach einer für Leo doch recht peinlichen Situation mit dem Wetterhahn im Bett, was in nicht gerade kleine Schwierigkeiten bringt, landet er wenig später in der Traumakademie, in dem der Stundenplan nicht unbedingt viel mit dem von normalen Schülern gemein hat. Gleich zu beginn lernt er den etwas dödeligen Benno kennen, den er jedoch schnell in sein Herz geschlossen hat. Nachdem auch hier klar wird, dass Leo nicht wie andere Schüler ist, nimmt die Geschichte seinen Lauf. Zusammen mit Orla macht er sich nach Illusión auf, um dieses zu retten, denn nur dadurch kann auch die Welt in der Leo lebt geretten werden, denn Illusión und die Erde verbindet mehr als Leo ahnt.

Der Schreibstil von Herrn Isau war hier wieder einmal sehr gut zu lesen. Obwohl die Sätze in diesem Roman kurz und zackig waren, was dazu führte das ich mich erst einmal daran gewöhnen musste, konnte ich mir an einigen Stellen das Schmunzeln nicht verkneifen.

»Wow! Das sind ja Aussichten«, staunte Benno. Sein Blick klebte an der Nixenbrust, die unter dem erhobenen Arm durch den Vorhang ihrer blauschwarzen Haare schimmerte. 

Leo fand die Äußerung ziemlich daneben. Irgendwie fühlte er sich schuldig am dem Missgeschick der gestrandeten Seejungfer, denn er hatte in der letzten Nacht von ihr geträumt. Sie schien noch recht jung zu sein, dem Gesicht nach zu urteilen kaum älter als er. Schnell warf er die Bettdecke über ihrer Blöße.  [S. 44]

Neben dem kurzen und dadurch doch recht rasanten Schreibstil hat mir wieder einmal Isaus Ideenreichtum gefallen. Manchmal frage ich mich woher er immer seine Ideen nimmt. Nach diesem Roman denke ich, dass er seine Ideen aus seinen Träumen zieht. Oder hätten sie die oben genannte Seejungfer Bilibibb genannt? Ja? Also ich nicht.

Neben der tollen Welt die Herr Isau wieder erschaffen hat, besitzt das Buch auch ein sehr großes Maß an Spannung. Dies finde ich besonders schön, da das Buch dadurch sowohl für Mädchen als auch für Jungen geeignet ist, die sich vielleicht selber in Leo hineinversetzen können. Darüber hinaus, möchte ich das Buch allen Eltern für Ihre Kinder empfehlen, die aufgeweckte und wissbegierige Kinder zu Hause haben, die auch mal etwas anspruchsvollere Bücher für ihr Alter lesen möchten. Denn einen Isau liest man nicht einfach mal so, über einen Isau macht man sich auch Gedanken, denn trotz den fantastischen Elementen existiert immer wieder ein Stück Realität in seinen Werken, über die man nachdenken sollte.

Inhaltlich hatte ich mit dem Buch weniger Probleme, sicherlich einige Ausnahmen hab es, besonders zum Ende hin, da mir dieses ersten zu schnell ging und zweitens ich Leos Reaktion nicht verstehen konnte (was ich damit meine solltet ihr selber lesen uns wenn ihr dabei seid werdet ihr auch wissen was ich meine). Was mir dieses Mal aber größere Probleme bereitet hat waren die Charakteren, und das weniger wegen ihrer Persönlichkeit, sondern wegen ihren Namen, ich weiß es klingt doof, aber mir konnte ein Leo und ein Benno einfach nicht ans Herz wachsen. Ich kann die Namen einfach nicht ausstehen, und bei Orla musste ich immer an die alte Morla aus Michel Endes „Die unendliche Geschichte“ denken. Ich meine es ist schon komisch wenn man bei einem Mädchen mit tollen Haaren an eine uralte Riesenschildkröte denken muss. Aber leider war es so.

Da ich das Buch ja zusammen in einer Leserunde mit anderen Lesern lesen konnte, kamen auch von anderen Seiten verschieden Eindrücke und Bewertungen. Einer blieb mir besonders im Gedächtnis, denn in diesem Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass Herr Isau mit Leo Leonidas ja genauso wie Michael Ende ein Hang zu Alliterationen hat. (Zitat von Navi: „Wie ein gewisser Herr Ende, scheint unser guter Herr Isau Alliterationen als Namen der Hauptfiguren zu bevorzugen. Leo Leonidas, Osmund Okumus, …“), und genauso ist es auch, aber aus einem wie ich finde sehr schönem Grund, denn Ralf Isau hat Herrn Ende vieles zu verdanken. Was ich immer ganz besonders schön finde sind die Hintergrundinformationen von Herrn Isau auf seiner Website und ich möchte jedem der sich dazu entscheiden sollte das Buch zu lesen dazu raten diese Informationen zu lesen, denn sie bieten wirklich sehr interessante Aspekte.

Vielleicht merkt ihr schon, dass ich über das Buch Stunden schreiben könnte, denn es enthält so viele positive und interessante Aspekte, alleine über das Phänomen der Träume könnte man stundenlang schreiben, weshalb ich es hier auch sein lasse, schließlich haben viele andere Menschen darüber Bücher geschrieben. Mich hat das Grundthema jedenfalls sehr interessiert und dazu gebracht mal genauer auf meine Träume zu achten, sofern ich mich noch am Morgen daran erinnern konnte.

Ein Kritikpunkt, der zwar nicht zum Buch im allgemeinen gehört, der mich aber immer wieder stört ist genauso wie in „Der verbotene Schlüssel“, dass die Berliner in Herrn Isaus Roman immer berlinern. Muss das denn sein? Ich finde hier wird ein falsches Bild vermittelt. Und ja, wenn einige sich fragen ich komme aus Berlin und berliner nicht, weil es mir zu Hause verboten wurde. Außerdem stammt Herr Isau selber aus Berlin, daher verstehe ich es noch weniger warum er dieses Bild von uns vermittelt. (Entschuldigung, aber das musste ich einfach mal los werden).

Fazit:

Wieder einmal ein sehr schönes Jugendbuch von Herrn Isau, das auch Erwachsene bedenkenlos lesen können, denn in jedem Buch von Herrn Isau gibt es Passagen, die sich nur für den erwachsenen Leser wirklich erschließen beziehungsweise für diesen begreiflich sind. Auf Grund kleiner Schwächen was das Ende betraf, vergebe hier wieder 4 von 5 Belles. Ich hoffe ja dass das nächste Buch mit dem Projekttitel „Die Seelendiebe“ vielleicht einmal die vollen 5 Punkte erhält. Ich kann das Buch jedenfalls nur empfehlen, wer sich beim Lesen auch ein paar Gedanken machen möchte. Nicht umsonst ist das Buch beim Lovelybooks Leserpreis 2011 unter die letzten 35 Bücher in der Kategorie Jugendbuch gewählt worden.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei für die Bereitstellung des Buches für meine Leserunde

 

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