Rezension – Der verbotene Schlüssel von Ralf Isau

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: cbj (15. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570138348
  • ISBN-13: 978-3570138342
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,4 x 4,2 cm

Kurzbeschreibung:

»Manche Dinge bleiben besser für immer unentdeckt.« Nur kurz denkt die 14-jährige Sophia an diesen Rat, als sie das Erbe ihres geheimnisvollen Großvaters annimmt: Der alte Mann, den sie nie selbst gekannt hat, vermacht ihr eine komplexe kleine Maschine, die wie ein Uhrwerk voller Zahnrädchen und Halbkugeln aussieht. Und dazu einen Schlüssel – vor dem ein Brief des Großvaters eindringlich warnt. Der verbotene Schlüssel – Sophia kann ihm nicht widerstehen: Sie zieht das Uhrwerk auf und findet sich in einem bizarren, gefährlichen Reich wieder. Mekanis, das perfekte, gefühllose Land, erwacht durch sie zu neuem Leben. Und Sophia ist keineswegs allein: Theo, ein ebenso rätselhafter wie anziehender Junge, ist seit Jahrhunderten in dieser Welt gefangen. Und der dunkle Herrscher des fremden Reichs lauert mindestens ebenso lange auf die unheilvolle Chance, die Sophia ihm jetzt eröffnet.

Bewertung:

Jetz in diesem Moment, wo ich diese Rezension schreibe, muss ich wieder an das Buch denken und mich fragen: Sind wir Menschen wirklich so sehr von der Technik abhängig? Leider muss ich sagen ja, denn wenn es die Technik nicht geben würde, könnte ich jetzt nicht diese Rezension hier auf meinem Blog schreiben, und ihr könntet sie nicht lesen. In seinem neusten Jugendroman schafft es Ralf Isau den Leser wieder auf ein Thema hinzuweisen, dass aktueller nicht sein kann in Zeiten von Facebook und Twitter. Zwar handlet es sich in diesem Buch nicht um eine Art „Surrogate“ (Film mit Bruce Willis, in dem sich die Menschen nur noch von ihren Avataren vertreten lassen), aber Herr Isau schafft es uns in Form eines netten Jungen namens Theo, der das letzte Mal im 16. Jahrhundert lebte , aufzuzeigen, dass unser Leben in fast allem von der Technik beherscht wird.

Das Buch wird aus zwei verschiedenen Zeiten erzählt. Die eine Seite spielt in der Gegenwart und erzählt dem Leser was Sophia und Theo in der Gegenwart erleben. Der andere Treil des Buches führt uns immer wieder Zeitweise in die Vergangenheit von Theo. Dabei war ich besonders beim ersten Sprung zwischen Gegenwart und Vergangenheit etwas verwirrt, da für mich nicht von Anfang an klar war, das Theo nun seine Geschichte erzählt. Dies änderte sich jedoch im Laufe des Buches. Abgesehen von meiner Verwirrung am Anfang gab es für mich ein einziges großes Manko, was auch zu einem Punktabzug führte. Die Geschichte um Sophia und Theo spielt anfänglich in Berlin, der Heimatstadt von mir als auch Herrn Isau. So ist es nicht verwunderlich, dass Herr Isau sich hier besonders gut auskennt und dies in seinem Buch bei einer Jagdt durch Berlin auch verwendet, doch für mich las es sich teilweise wie ein Stadtführer und besonders für Leser die Berlin nicht kennen, könnte ich mir vorstellen, dass sie die vielen Ortsnamen und Beschreibungen als langatmig und dadurch auch als lanweilig empfinden könnten.

Sieht man von diesem Schwachpunkt des Buches einmal weg, so wird man mit sehr sympatischen Charakteren belohnt. Besonders Theo war mir ans Herz gewachsen und ich konnte Sophias zarte Zuneigung, die sich im Laufe des Buches entwickelt, nach vollziehen. Besonders zum schmunzeln hat mich folgender Abschnitt  gebracht:

Sie sprach aus eigener Erfahrung. Ihre Zurückhaltung, insbesondere dem männlichen Geschlecht, gegenüber ließ nicht zu, die eigenen Empfindungen ausführlicher zu schildern. Dass Theo nämlich so offen über sich und seine Gefühle gesprochen hatte, berührte sie zutiefst. Fast hätte sie geheult, als er sich zu seiner unverwüstlichen Kindheit bekannte. Andere Jungen wollten immer cool sein. Aber welches Mädchen wünschte sich schon Kälte an ihrer Seite? Theo war wohltemperiert wie das Leben selbst.

Ich bin sicher jede Frau wünscht sich einen wohltemperierten Partner an ihrer Seite :). Wie in seinen meisten Büchern dürfen hier alte Bekannte natürlich nicht fehlen, so begegnen wir wirklich sehr kurz Oliver Pollock aus dem Museum der gestohlenen Erinnerungen und etwas länger Nico dei Rossi und Laura dei Rossi aus dem Roman „Der Herr der Unruhe“.

Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr gut, er lies sich flüssig lesen, wirkte jedoch nicht zu kindlich und einfach gestrickt, so dass ich mich auch als Erwachsene beim lesen nicht unterfordert fühlte. Besonders die lockere Dialoge zwischen Sophia und Theo an einigen Stellen brachten mich manchmal zum schmunzeln.

Fazit:

Von meiner Seite aus ist „Der verbotene Schlüssel“ wieder ein intelligentes Jugendbuch, dass jeden zum Nachdenken animieren sollte. Herr Isau verbindet hier wieder Fantastisches mit Realem was in eine wunderbare Geschichte hineingewoben worden ist. Einzig die Flucht vor Oros durch Berlin ist gerade für nicht Berliner etwas langatmig und hätte kürzer ausfallen können. Daher vergebe ich für dieses Buch vier von fünf Möhrchen.

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Eine Antwort zu Rezension – Der verbotene Schlüssel von Ralf Isau

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